Buchmacher vs. Sportbörsen

Lesedauer: 2 Minuten

Was ist ein Sportbörse?

Neben den klassischen Buchmachern gibt es auch Sportbörsen. Dabei sind Sportbörsen gar nicht so weit entfernt von den bekannten Aktiebörsen an der Wallstreet usw. Während man bei „normalen“ Sportwetten gegen einen Buchmacher wettet, wettet man bei einer Sportbörse gegen andere Sportwetter. Einen Buchmacher gibt es hier nicht. Es gibt lediglich den Betreiber der Börse.

Die Quoten ergeben sich hier aus Angebot und Nachfrage. In der Regel sind die Quoten an einer Sportbörse deutlich „fairer“ und damit näher an den Eintrittswahrscheinlichkeiten. Allerdings muss man beachten dass der Betreiber einer Sportbörse in der Regel eine Transaktionsgebühr pro Wette erhebt.

Die Existenz von Sportbörsen ist einer der wesentlichsten Erfolgsfaktoren für Matched Betting. Wieso das so ist erkläre ich im nächsten Abschnitt.

Was ist Back and Lay?

Das tolle bei Sportbörsen ist es, dass man im Unterschied zu den klassischen Sportwettenanbietern, nicht nur auf den Ausgang (Backwette) eines Sportereignisses wetten kann, sondern auch, dass genau dieser Ausgang nicht eintritt (Laywette). Dazu folgendes Beispiel:

Bei einem Fussballspiel zwischen Bayern München und 1899 Hoffeinheim gibt es in der Sportbörse folgende Quoten:

Sieg Bayern München Unentschieden Sieg Hoffenheim
Backquote (Ergebnis tritt ein) 1,3 5,5 8,0
Layquote (Ergebnis tritt NICHT ein) 1,35 6,0 10,0

Betrachtet man nun das Ergebnis Sieg Bayern München kann man entweder auf einen Sieg Bayern München zu einer Backquote 1,3 setzen oder das Gegenteil. Man wettet darauf, dass Bayern München nicht gewinnt mit der Layquote 1,35. Was das konkret für mögliche Gewinne bedeutet zeige ich in nachfolgender Tabelle.

Fall Backwette

Wetttip: Bayern München gewinnt mit 10€ Einsatz

Sieg Bayern München Unentschieden Sieg Hoffenheim
Backquote (Ergebnis tritt ein) 1,3 5,5 8,0
ungefähre Eintrittswahrscheinlichkeit 76,92 %
(100 / 1,3)
18,18 %
(100 / 5,5)
12,5 %
(100 / 8,0)
Gewinn 3 €
(1,3 x 10 € = 13 € – 10 €)
-10 € -10 €

Bei Backwetten hat man einen festen Einsatz, den man verliert oder einen Gewinn der sich aus dem Einsatz multipliziert mit der Quote abzüglich Einsatz ergibt.

Fall Laywette

Wetttip: Bayern München gewinnt NICHT mit dem gewünschten Gewinn 3 €

KEIN Sieg Bayern München KEIN Unentschieden KEIN Sieg Hoffenheim
Layquote (Ergebnis tritt NICHT ein) 1,35 6,0 10,0
ungefähre Eintrittswahrscheinlichkeit 25,93 %
((100 / 1,35 – 100) * -1)
83,33 %
((100 / 6,0 – 100) * -1)
90,0 %
((100 / 10,0 – 100) * -1)
Gewinn 3 € -1,05 € -1,05 €

Bei Laywetten möchte man einen festen Gewinn. Bei Laywetten tritt man quasi an die Stelle eines Buchmachers. Jemand nimmt unsere Quote von 1,35 an uns setzt seinerseits darauf 3 € als Backwette. Verliert die Backwette gehört uns der Einsatz (3 €) des anderen Spielers. Gewinnt die Backwette (und damit verliert unsere Laywette) müssen wir dem Backwetter seinen Gewinn auszahlen (1,35 x 3 € = 4,05 € – 3€ = 1,05 €). Der Gewinn den wir auszahlen müssen nennt man Liability.

Wie man sieht ist die Erfolgswahrscheinlichkeit von Laywetten höher je höher die Layquote ist. Wenn die Wette allerdings verloren geht ist die Liability auch sehr viel höher. Würde man im obigen Beispiel Sieg Hoffenheim layen, ist die Wahrscheinlichkeit die Wette zu gewinnen bei 90 % allerdings steht für den Gewinn von 3 € eine Liability (d.h. potentieller Verlust) von 27 € (10 x 3 € = 30 € – 3€)gegenüber.

Fazit

Bei Sportbörsen wettet man gegen andere Sportwetter. Wie bei Aktienbörsen bestimmen Angebot und Nachfragen die Quoten. Man kann nicht nur auf den Eintritt eines bestimmten Ergebnisses wetten, sondern auch gegen den Eintritt eines Ergebnisses. Genau dieses Prinzip hilft uns bei Matched Betting.

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